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Luftbild einer Nachbarschaft mit Reihen- und Doppelhäusern aus Klinker, viele Dächer mit Solarmodulen (Symbolbild) – Niedersachsen Solar

Energy Sharing · § 42c EnWG

Energy Sharing: Solarstrom an Nachbarn verkaufen

Seit dem 1. Juni 2026 können Sie Solarstrom über das öffentliche Netz an Nachbarn und andere Haushalte im selben Netzgebiet liefern. Wir erklären, was § 42c EnWG erlaubt, was Sie dafür brauchen und wie Sie über unser Partnernetzwerk Zugang bekommen.

  • Ein dritter Weg für den ÜberschussNeben Eigenverbrauch und Einspeisung können Sie Strom direkt an Haushalte in Ihrem Netzgebiet liefern.
  • Preis frei vereinbartDen Preis pro Kilowattstunde legen die Beteiligten selbst fest, statt einen gesetzlichen Satz zu erhalten.
  • Begleitung beim EinstiegWir prüfen Anlage und Messtechnik und bringen Sie über unser Partnernetzwerk zu einer Plattform, die Abrechnung und Verträge übernimmt.

Rechtsgrundlage

Was § 42c EnWG erlaubt

Energy Sharing, auch Nachbarschaftsstrom genannt, ist in § 42c des Energiewirtschaftsgesetzes geregelt. Eingeführt wurde die Regel mit dem Gesetz vom 18. Dezember 2025 (BGBl. 2025 I Nr. 347), in Kraft seit dem 23. Dezember 2025. Seit dem 1. Juni 2026 muss jeder Verteilnetzbetreiber sicherstellen, dass Strom innerhalb seines Bilanzierungsgebiets gemeinsam genutzt werden kann. Ab dem 1. Juni 2028 kommt das Gebiet eines direkt angrenzenden Netzbetreibers in derselben Regelzone dazu.

Teilen dürfen Betreiber einer Anlage, die eine natürliche Person sind, sowie Gemeinschaften wie Bürgerenergie-Genossenschaften, deren Mitglieder Letztverbraucher sind. Der Betrieb darf nicht überwiegend gewerblich sein. Abnehmer sind Haushalte und andere Letztverbraucher, Unternehmen nur als kleine und mittlere Unternehmen.

Eine allgemeine Leistungsgrenze nennt das Gesetz nicht. Haushalte mit Anlagen bis 30 kW, in Mehrparteienhäusern bis 100 kW, müssen aber die meisten Pflichten eines Stromlieferanten nicht erfüllen. Laut Bundesnetzagentur lässt sich Energy Sharing über Dienstleister wie Direktvermarkter abwickeln, ein eigenes Produkt des Netzbetreibers ist dafür nicht nötig (Mitteilung Nr. 73 vom 7. Juli 2026).

Vergleich

Energy Sharing oder Einspeisevergütung

Wichtig vorab: Laut Bundesnetzagentur schließen sich Einspeisevergütung und Energy Sharing gegenseitig aus. Eine Anlage, die Strom teilt, muss in die Direktvermarktung wechseln (FAQ der Bundesnetzagentur, Stand 28. Mai 2026). Die feste Vergütung entfällt dann für diese Anlage.

Zum Vergleich: Eine neue Anlage bis 10 kWp mit Inbetriebnahme bis Ende 2026 erhält bei Teileinspeisung 7,70 Cent je Kilowattstunde für 20 Jahre. Beim Energy Sharing vereinbaren Sie den Preis selbst. Für den Abnehmer kommen auf diesen Preis Netzentgelte und Umlagen dazu, weil der Strom durch das öffentliche Netz fließt. Er braucht außerdem einen normalen Stromvertrag für den Rest seines Bedarfs.

Für neue Anlagen ab 2027 sieht der Regierungsentwurf zur EEG-Reform statt der festen Vergütung nur noch eine befristete Übergangszahlung vor (Stand 21. Oktober 2026, nicht beschlossen). Damit kann Energy Sharing für neue Anlagen interessanter werden. Ob es sich für Sie lohnt, hängt vom erzielbaren Preis und den Kosten der Direktvermarktung ab. Das rechnen wir offen durch.

Voraussetzungen

Was Sie für Energy Sharing brauchen

Abgerechnet wird auf Basis viertelstündlicher Messwerte, an der Anlage und an jeder belieferten Verbrauchsstelle. In der Praxis ist dafür laut Bundesnetzagentur in der Regel ein intelligentes Messsystem nötig. Ein einfacher digitaler Zähler reicht nicht. Den Einbau übernimmt der Messstellenbetreiber, für Anlagen über 7 kW ist er ohnehin Pflicht. Auf Verlangen muss der Einbau innerhalb von vier Monaten erfolgen, gegen ein einmaliges Entgelt von höchstens 100 € (§§ 34 und 35 MsbG).

  • eine PV-Anlage oder ein Speicher, betrieben von Ihnen als Privatperson oder einer Gemeinschaft
  • viertelstündliche Messung an Anlage und Verbrauchsstelle, in der Regel per intelligentem Messsystem
  • Abnehmer im selben Bilanzierungsgebiet, ab Juni 2028 auch im angrenzenden
  • ein Liefervertrag und ein Vertrag zur gemeinsamen Nutzung mit Aufteilung und Preis
  • Direktvermarktung statt Einspeisevergütung
  • für Abnehmer ein Stromvertrag für den Reststrom

Zugang

So kommen Sie zum Energy Sharing

Über unser Partnernetzwerk ermöglichen wir Ihnen den Zugang zu einer Plattform für Energy Sharing, die Anmeldung, Abrechnung und die Suche nach Abnehmern übernimmt. Sie bleiben Eigentümer Ihrer Anlage und legen den Preis selbst fest.

Haben Sie bereits eine Anlage, prüfen wir, ob Ihr Zähler schon ein intelligentes Messsystem ist und was der Wechsel in die Direktvermarktung für Ihre bisherige Vergütung bedeutet. Planen Sie eine neue Anlage, legen wir sie gleich so aus, dass sie für Energy Sharing bereit ist. Mehr Hintergrund im Ratgeber Energy Sharing in Hannover.

Ob für Ihr Netzgebiet bereits ein Angebot aktiv ist, prüfen wir im Erstgespräch. In Hannover ist enercity Netz zuständig, im Umland teils andere Netzbetreiber. Laut Bundesnetzagentur brauchen Netzbetreiber dafür kein eigenes Produkt, die Abwicklung läuft über Dienstleister.

Energy Sharing vor Ort

Für Hannover und jeden Ort im Umkreis.

Jede Gemeinde und jedes Dorf im Umkreis von 50 Kilometern hat eine eigene Seite mit Sonnenertrag, Anlagenbestand und Netzbetreiber.

Alle Orte im Einsatzgebiet

Häufige Fragen

Energy Sharing: kurz beantwortet.

Ist Energy Sharing dasselbe wie Nachbarschaftsstrom?

Ja. Energy Sharing ist der Fachbegriff aus § 42c EnWG, Nachbarschaftsstrom und Strom teilen sind gebräuchliche Bezeichnungen für dasselbe Modell.

Ist Energy Sharing dasselbe wie Mieterstrom?

Nein. Mieterstrom versorgt Bewohner im selben Gebäude oder Quartier, ohne das öffentliche Netz zu nutzen. Energy Sharing läuft über das öffentliche Netz und funktioniert zwischen verschiedenen Häusern im selben Netzgebiet.

Verliere ich meine Einspeisevergütung, wenn ich teilnehme?

Ja, für die teilende Anlage. Laut Bundesnetzagentur schließen sich Einspeisevergütung und Energy Sharing aus, die Anlage muss in die Direktvermarktung (Stand 28. Mai 2026). Ob sich der Wechsel lohnt, rechnen wir vorher mit Ihnen durch.

Muss ich meinen Stromzähler austauschen?

Wenn Sie noch keine viertelstündliche Messung haben, in der Regel ja. Meist ist das ein intelligentes Messsystem, das Ihr Messstellenbetreiber einbaut. Das gilt für Anlage und Abnehmer.

Kann ich auch ohne eigene PV-Anlage teilnehmen?

Ja. Als Abnehmer brauchen Sie keine eigene Anlage, aber eine viertelstündliche Messung, einen Wohnsitz im selben Netzgebiet und einen Stromvertrag für den Reststrom.

Ist Energy Sharing in Hannover schon möglich?

Rechtlich ja, seit dem 1. Juni 2026. Ob eine Plattform in Ihrem Netzgebiet bereits aktiv ist und zu Ihrer Anlage passt, prüfen wir im Erstgespräch.

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