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Weiße Wallbox an der Hauswand, ein Elektroauto lädt in der Einfahrt, Solarmodule auf dem Dach (Symbolbild) – Niedersachsen Solar

Technik

Was bedeutet PV-Überschussladen im Alltag?

Eine Wallbox ohne Anbindung an die PV-Anlage lädt mit Netzstrom, ob die Sonne scheint oder nicht. Beim PV-Überschussladen ist das anders: Die Wallbox lädt bevorzugt dann, wenn Ihr Dach mehr Strom erzeugt, als das Haus gerade braucht. Was das im Alltag bedeutet, Stand 21. Oktober 2026.

4 Minuten LesezeitAktualisiert am 21. Oktober 2026Von Skye van Dyck, Niedersachsen Solar

Wie funktioniert PV-Überschussladen?

Beim PV-Überschussladen ist die Wallbox mit der PV-Anlage und, sofern vorhanden, dem Speicher verbunden und lädt mit dem Strom, den das Haus gerade nicht braucht. Die Steuerung misst laufend, wie viel die Anlage erzeugt und wie viel im Haus verbraucht wird. Steigt der Verbrauch im Haus oder ziehen Wolken auf, passt die Wallbox die Ladeleistung an. Sie müssen den Ladevorgang dafür nicht selbst steuern.

Voraussetzung ist eine Wallbox, die mit Ihrer PV-Anlage kommuniziert, statt isoliert am Netz zu hängen. Deshalb planen wir Wallbox, PV-Anlage und Speicher immer als ein System.

Wie viel Reichweite liefert das eigene Dach?

Ein Kilowattpeak Modulleistung erzeugt in Hannover laut PVGIS bei Südausrichtung rund 978 kWh im Jahr; bei einem Verbrauch von 19,7 kWh auf 100 Kilometern, dem Mittel der 2023 im ADAC Ecotest gemessenen E-Autos einschließlich Ladeverlusten, entspricht das rechnerisch knapp 5.000 Kilometern (Stand 21. Oktober 2026).

Das ist eine Rechengröße, keine Zusage: Der Verbrauch aktueller Testfahrzeuge reicht beim ADAC von 13,4 bis 29,7 kWh auf 100 Kilometern, und nicht jede erzeugte Kilowattstunde landet im Auto. Im Dezember erzeugt derselbe Kilowattpeak nach PVGIS rund 27 kWh, im Juni rund 122 kWh. Im Winter lädt das Auto also überwiegend mit Netzstrom, im Sommer kann ein großer Teil vom Dach kommen.

Was heißt das im Alltag?

Wie viel Solarstrom im Auto landet, hängt vor allem davon ab, wann das Auto zu Hause steht. Wer im Homeoffice arbeitet oder ein Zweitauto tagsüber zu Hause hat, lädt an sonnigen Tagen einen guten Teil mit eigenem Strom. Wer tagsüber pendelt, profitiert vor allem an Wochenenden und freien Tagen. An bewölkten Tagen oder wenn das Auto schnell voll sein muss, greift die Steuerung auf Netzstrom zurück, damit Sie nicht auf Sonnenschein warten müssen, wenn es eilt.

  • Homeoffice oder Zweitwagen tagsüber zu Hause: viel Überschussladen möglich
  • Pendeln mit Rückkehr am Abend: Überschussladen vor allem am Wochenende, Speicher kann helfen
  • Wenig Fahrleistung: Das Auto kann warten, bis die Sonne wieder scheint
  • Eilige Ladung: mit Netzstrom dazuladen

Was spart Überschussladen bei der Stromrechnung?

Jede Kilowattstunde vom eigenen Dach im Auto ersetzt Netzstrom, der 2026 laut BDEW im Schnitt 37,0 Cent kostet; dafür entfällt für diese Kilowattstunde die Einspeisevergütung, bei neuen Anlagen bis 10 kWp 7,70 Cent (Stand 21. Oktober 2026). Der Vorteil liegt also in der Differenz zwischen beiden Preisen.

Was ist bei Wallbox und Anmeldung zu beachten?

Jede Wallbox muss vor der Inbetriebnahme beim Netzbetreiber gemeldet werden, über 12 kVA braucht sie dessen Zustimmung (§ 19 NAV, Stand 21. Oktober 2026). Wallboxen über 4,2 kW gelten außerdem als steuerbare Verbrauchseinrichtung nach § 14a EnWG: Der Netzbetreiber darf ihren Bezug bei Engpässen vorübergehend auf bis zu 4,2 kW begrenzen, im Gegenzug sinken die Netzentgelte. Für das Überschussladen reicht in der Regel eine 11-kW-Wallbox, weil ohnehin die Sonne bestimmt, wie schnell geladen wird. Die Meldung übernehmen wir. Mehr unter Wallbox.

Häufige Fragen

Brauche ich für Überschussladen einen Speicher?

Nein. Die Wallbox lädt direkt mit dem Überschuss, solange das Auto zu Hause steht. Ein Speicher hilft, wenn das Auto erst abends heimkommt, weil er einen Teil des Mittagsstroms aufhebt.

Lädt das Auto auch, wenn die Sonne nicht scheint?

Ja. Die Steuerung nimmt Netzstrom dazu, wenn das Dach nicht genug liefert oder Sie schnell laden müssen.

Was kostet eine Wallbox mit Installation?

Für eine 11-kW-Wallbox im Einfamilienhaus nennt der ADAC grob 1.200 bis 3.500 € einschließlich Gerät und Installation (Stand 29. Juni 2026). Eine Bundesförderung für Wallboxen am Einfamilienhaus gibt es derzeit nicht.

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