Was passiert, wenn der Speicher zu klein oder zu groß ist?
Ein zu klein dimensionierter Speicher ist an sonnigen Tagen schnell voll und schickt den Überschuss trotzdem für wenig Geld ins Netz, sodass sein Vorteil teilweise verpufft. Ein zu groß dimensionierter Speicher wird dagegen selten vollständig genutzt und verlängert die Amortisation, ohne einen entsprechenden Zusatznutzen zu bringen. Für eingespeisten Strom gibt es bei neuen Anlagen bis 10 kWp 7,70 Cent je Kilowattstunde, Netzstrom kostete 2026 laut BDEW im Schnitt 37,0 Cent (Stand 21. Oktober 2026). Jede Kilowattstunde, die der Speicher vom Mittag in den Abend verschiebt, nutzt diese Differenz.
Welche Daten brauchen wir für die Auslegung?
Wir bewerten die passende Kapazität anhand Ihrer tatsächlichen Verbrauchsdaten, nicht anhand einer Pauschalgröße pro Haushalt oder pro kWp Anlagenleistung.
- Jahresverbrauch laut Stromrechnung
- Verteilung über den Tag, wenn möglich aus Lastgangdaten Ihres Zählers
- Größe, Ausrichtung und Neigung der PV-Anlage
- geplante Verbraucher wie Wallbox oder Wärmepumpe und ab wann sie dazukommen
- Ihr Alltag: Wer ist tagsüber zu Hause, wann laufen Waschmaschine und Geschirrspüler
Zur Einordnung des Verbrauchs: Ein Einfamilienhaus mit zwei Personen ohne elektrische Warmwasserbereitung verbraucht laut Stromspiegel 2025 im Schnitt 2.700 kWh im Jahr, mit vier Personen 3.800 kWh (Stand 13. Mai 2025). Wichtiger als die Jahressumme ist für den Speicher aber, wie viel davon abends und nachts anfällt.
Wie verändern Wallbox und Wärmepumpe die Speichergröße?
Wallbox und Wärmepumpe verschieben die sinnvolle Speichergröße, weil sie Strom zu anderen Zeiten brauchen als der übrige Haushalt. Eine Wallbox, die tagsüber mit Überschuss lädt, nimmt dem Speicher Strom weg, der sonst im Speicher landen würde. Ein Auto, das erst abends nach Hause kommt, braucht dagegen gespeicherten Strom. Eine Wärmepumpe braucht im Winter am meisten Strom, wenn die PV-Anlage am wenigsten liefert: Nach PVGIS erzeugt ein Kilowattpeak in Hannover bei Südausrichtung im Dezember rund 27 kWh, im Juni rund 122 kWh.
Deshalb fragen wir schon bei der ersten Planung, ob und wann Wallbox oder Wärmepumpe dazukommen sollen. Ein Speicher, der heute passt, kann sonst in zwei Jahren zu klein sein, oder er wird für eine Wallbox ausgelegt, die nie kommt.
Was kostet ein Speicher pro Kilowattstunde?
Speicher ab 5 kWh kosten laut Verbraucherzentrale einschließlich Installation etwa 300 bis 700 € pro Kilowattstunde Kapazität, mit fallender Tendenz (Stand 2. Juli 2026). Pro Kilowattstunde werden größere Speicher günstiger: In der Auswertung der Verbraucherzentrale NRW lagen Speicher mit 4 bis 6 kWh bei rund 510 € je kWh, mit 8 bis 10 kWh bei rund 410 € und mit 12 bis 16 kWh bei rund 360 € je kWh (Stand 28. August 2026). Der niedrigere Preis je kWh nützt aber nur, wenn die Kapazität auch genutzt wird.
Welche Rolle spielen Solarspitzengesetz und Energy Sharing?
Beide Regeln machen einen gut ausgelegten Speicher wertvoller: Neue Anlagen unter 100 kW dürfen bis zum Einbau von Smart Meter und Steuerbox höchstens 60 % ihrer Leistung einspeisen, und Strom, den der Speicher mittags aufnimmt, wird nicht abgeregelt (§ 9 EEG, Stand 21. Oktober 2026). Mehr dazu im Beitrag zum Solarspitzengesetz. Wer zusätzlich Strom an Nachbarn liefern möchte, findet die Regeln im Beitrag Energy Sharing in Hannover.
Warum setzen wir auf ein geschlossenes System?
Weil Speicher, Wallbox und Steuerung aus einem System für das Zusammenspiel gebaut sind, statt Komponenten verschiedener Hersteller aufeinander abzustimmen. Die Steuerung entscheidet dann, ob der Überschuss gerade in den Speicher, ins Auto oder in die Wärmepumpe geht. Das Ergebnis ist ein Speicher, der zu Ihrem Alltag passt. Mehr unter Stromspeicher.
Häufige Fragen
Gibt es eine Faustregel für die Speichergröße?
Pauschalen pro kWp führen oft zu zu großen oder zu kleinen Speichern. Entscheidend ist Ihr Verbrauch in den Abend- und Nachtstunden. Den lesen wir aus Ihren Verbrauchsdaten ab.
Kann ich einen Speicher später nachrüsten?
Ja. Wir prüfen Wechselrichter, Zählerschrank und Platz und legen die Größe nach Ihrem Verbrauch und den tatsächlichen Erträgen Ihrer Anlage fest. Der Speicher wird im Marktstammdatenregister eingetragen und beim Netzbetreiber angemeldet.
Lohnt sich ein großer Speicher, weil er pro kWh günstiger ist?
Nur, wenn Sie die Kapazität regelmäßig nutzen. Ein Speicher, der selten voll wird, verlängert die Amortisation trotz des niedrigeren Preises je Kilowattstunde.
Quellen
- Verbraucherzentrale: Lohnen sich Batteriespeicher? (Stand 02.07.2026)
- Verbraucherzentrale: Was kostet eine Photovoltaikanlage? (Stand 28.08.2026)
- Stromspiegel 2025: Stromverbrauch im Haushalt
- BDEW-Strompreisanalyse August 2026
- Bundesnetzagentur: EEG-Förderung und Fördersätze
- PVGIS 5.3, Gemeinsame Forschungsstelle der Europäischen Kommission
- § 9 EEG, Gesetzestext


