Wie viel kWp brauche ich?
So viel, wie Ihr Dach, Ihr Verbrauch und Ihr Budget hergeben – eine feste Formel gibt es nicht. Als Ausgangspunkt hilft der Jahresverbrauch: Ein Kilowattpeak (kWp) Modulleistung erzeugt in Hannover laut PVGIS rund 978 kWh im Jahr nach Süden und 788 kWh bei Ost-West-Ausrichtung. Teilt man den Verbrauch durch diesen Wert, erhält man die Größe, die rechnerisch die Jahresmenge deckt.
| Haushalt | Verbrauch im Jahr | Rechnerisch für die Jahresmenge (Hannover, Süd) |
|---|---|---|
| 2 Personen | 2.700 kWh | 2,8 kWp |
| 4 Personen | 3.800 kWh | 3,9 kWp |
| 4 Personen + E-Auto (12.000 km) | 6.200 kWh | 6,3 kWp |
| 4 Personen + E-Auto + Wärmepumpe | 9.100 kWh | 9,3 kWp |
Die Jahresmenge ist aber nur ein Anhaltspunkt, denn Erzeugung und Verbrauch fallen selten zusammen: Mittags liefert die Anlage mehr, als das Haus braucht, abends und im Winter weniger. Größer zu planen, als die Jahresmenge verlangt, lohnt sich vor allem, wenn der Überschuss in Speicher, Wallbox oder Wärmepumpe fließt; der Rest wird eingespeist. Die Verbraucherzentrale schreibt dazu, größere Anlagen seien meist lohnender, die Grenze setzten die verfügbare Dachfläche und das eigene Budget (Stand 26. August 2026).
Was erzeugen 10, 15 und 20 kWp an Ihrem Ort?
Eine 10-kWp-Anlage erzeugt rund um Hannover zwischen 7.600 und 10.200 kWh im Jahr, je nach Ort und Ausrichtung. Die Tabelle zeigt den Jahresertrag nach PVGIS für ein Süddach (35° Neigung) und ein Ost-West-Dach (30°), jeweils mit 14 % Systemverlusten.
| Ort | kWh je kWp (Süd / Ost-West) | 10 kWp | 15 kWp | 20 kWp |
|---|---|---|---|---|
| Hannover | 978 / 788 | 9.780 / 7.880 | 14.670 / 11.820 | 19.560 / 15.760 |
| Langenhagen | 973 / 786 | 9.730 / 7.860 | 14.600 / 11.790 | 19.460 / 15.720 |
| Garbsen | 984 / 792 | 9.840 / 7.920 | 14.760 / 11.880 | 19.680 / 15.840 |
| Laatzen | 992 / 798 | 9.920 / 7.980 | 14.880 / 11.970 | 19.840 / 15.960 |
| Lehrte | 1.000 / 805 | 10.000 / 8.050 | 15.000 / 12.080 | 20.000 / 16.100 |
| Wunstorf | 999 / 804 | 9.990 / 8.040 | 14.990 / 12.060 | 19.980 / 16.080 |
| Neustadt am Rübenberge | 984 / 795 | 9.840 / 7.950 | 14.760 / 11.930 | 19.680 / 15.900 |
| Barsinghausen | 983 / 795 | 9.830 / 7.950 | 14.750 / 11.930 | 19.660 / 15.900 |
| Springe | 986 / 797 | 9.860 / 7.970 | 14.790 / 11.960 | 19.720 / 15.940 |
| Celle | 971 / 786 | 9.710 / 7.860 | 14.570 / 11.790 | 19.420 / 15.720 |
| Hildesheim | 996 / 803 | 9.960 / 8.030 | 14.940 / 12.050 | 19.920 / 16.060 |
| Peine | 1.002 / 807 | 10.020 / 8.070 | 15.030 / 12.110 | 20.040 / 16.140 |
| Hameln | 970 / 789 | 9.700 / 7.890 | 14.550 / 11.840 | 19.400 / 15.780 |
| Nienburg (Weser) | 965 / 781 | 9.650 / 7.810 | 14.480 / 11.720 | 19.300 / 15.620 |
| Stadthagen | 975 / 790 | 9.750 / 7.900 | 14.630 / 11.850 | 19.500 / 15.800 |
| Rinteln | 965 / 784 | 9.650 / 7.840 | 14.480 / 11.760 | 19.300 / 15.680 |
Der Ort macht weniger aus als die Ausrichtung: Im ganzen Einsatzgebiet liegen die Werte nach Süden zwischen 942 kWh je kWp in Bodenwerder und 1.016 kWh in Lengede. Ein Ost-West-Dach bringt dagegen rund ein Fünftel weniger als ein Süddach – verteilt den Ertrag aber über den Tag, was dem Eigenverbrauch hilft. Die Werte für jede Gemeinde und jedes Dorf stehen auf den Ortsseiten, etwa für Photovoltaik in Hannover.
Wie viel Strom liefert eine 10-kWp-Anlage im Winter?
Im Winter nur einen kleinen Teil des Sommerertrags: Eine 10-kWp-Anlage nach Süden erzeugt in Hannover laut PVGIS im Dezember rund 270 kWh und im Januar rund 300 kWh, im Mai dagegen rund 1.230 kWh. Von Oktober bis März fallen zusammen nur rund 30 % des Jahresertrags an.
Das ist wichtig für Haushalte mit Wärmepumpe: Sie braucht den meisten Strom genau dann, wenn die Anlage am wenigsten liefert. Der Beispielhaushalt mit E-Auto und Wärmepumpe verbraucht rund 9.100 kWh im Jahr, also im Schnitt rund 760 kWh im Monat – im Dezember liefert selbst eine 20-kWp-Anlage nach Süden nur rund 550 kWh. Solarstrom nutzt die Wärmepumpe deshalb vor allem in der Übergangszeit und für Warmwasser im Sommer.
Wie viel Dachfläche brauchen 10, 15 und 20 kWp?
Für ein Kilowattpeak rechnet die Verbraucherzentrale mit etwa fünf bis sieben Quadratmetern Fläche (Stand 26. August 2026). Daraus ergibt sich grob:
- 10 kWp: etwa 50 bis 70 m² Dachfläche
- 15 kWp: etwa 75 bis 105 m²
- 20 kWp: etwa 100 bis 140 m²
Gauben, Dachfenster, Schornstein und die Abstände zum Dachrand gehen davon ab. Auf einem Ost-West-Dach lassen sich beide Seiten belegen, auf dem Flachdach stehen die Module aufgeständert mit Abstand zueinander. Wie viel auf Ihr Dach passt, messen wir bei der Dachaufnahme.
Welche Grenzen bei der Größe zählen?
Vier Grenzen beeinflussen, ob 10, 15 oder 20 kWp sinnvoll sind: der Smart Meter ab 7 kW, die Vergütungsstufe bei 10 kW, die 60-%-Regel und die Steuergrenze bei 30 kWp.
Über 7 kW: Smart Meter und Steuerbox
Bei Anlagen mit mehr als 7 kW muss der Messstellenbetreiber ein intelligentes Messsystem und eine Steuerungseinrichtung einbauen (§ 29 MsbG). Die Kosten sind gedeckelt: Bis einschließlich 15 kW darf der Messstellenbetreiber im Jahr höchstens 130 € verlangen, davon höchstens 50 € vom Anlagenbetreiber; über 15 bis 25 kW sind es 190 €, davon höchstens 110 € vom Anlagenbetreiber (§ 30 MsbG, Stand 21. Oktober 2026). Für die Steuerungseinrichtung darf vom Anlagenbetreiber zusätzlich höchstens 50 € verlangt werden. Wer zwischen 15 und 16 kWp schwankt, bleibt mit 15 kWp in der günstigeren Klasse.
Bei 10 kW: Die Vergütung sinkt für den Teil darüber
Die Einspeisevergütung wird nach Leistungsanteilen berechnet. Für Anlagen mit Teileinspeisung, die vom 1. August bis 31. Dezember 2026 in Betrieb gehen, gibt es für die ersten 10 kW 7,70 ct je kWh und für den Teil bis 40 kW 6,66 ct (Bundesnetzagentur). Eine 15-kWp-Anlage kommt damit im Schnitt auf rund 7,35 ct, eine 20-kWp-Anlage auf rund 7,18 ct je eingespeister Kilowattstunde. Für Anlagen ab 2027 will die Bundesregierung die feste Vergütung abschaffen; beschlossen ist das noch nicht. Mehr dazu im Beitrag Einspeisevergütung 2027.
60-%-Regel bis zum Smart Meter
Neue Anlagen in der Einspeisevergütung dürfen bis zum Einbau von intelligentem Messsystem und Steuerungseinrichtung höchstens 60 % ihrer Leistung ins Netz einspeisen (§ 9 EEG). Bei 15 kWp sind das 9 kW, bei 20 kWp 12 kW. Was das Haus, der Speicher oder das Auto im selben Moment aufnimmt, zählt nicht dazu. Mehr dazu im Beitrag Solarspitzengesetz und 60-%-Regel.
Bis 30 kWp: steuerfrei
Einnahmen aus PV-Anlagen auf Gebäuden sind von der Einkommensteuer befreit, wenn die installierte Leistung bis zu 30 kWp je Wohn- oder Gewerbeeinheit und insgesamt höchstens 100 kWp beträgt (§ 3 Nr. 72 EStG). Für Module, Speicher und Montage auf Wohngebäuden fällt keine Umsatzsteuer an (§ 12 Abs. 3 UStG). Ob 10, 15 oder 20 kWp: Auf einem Einfamilienhaus bleiben alle drei Größen unter dieser Grenze.
Was kostet eine größere Anlage?
Pro Kilowattpeak wird sie günstiger, denn Gerüst, Planung und Anmeldung fallen ohnehin an, egal ob 10 oder 20 kWp auf das Dach kommen. Deshalb hält die Verbraucherzentrale größere Anlagen meist für lohnender. Was Anlagen mit und ohne Speicher in Hannover kosten, steht im Beitrag PV-Anlage mit Speicher: Kosten in Hannover.
Wie legen wir die Größe für Ihr Haus fest?
Wir planen die Anlage nach Ihrem Verbrauch und Ihrem Dach, nicht nach einer Pauschale. Dafür brauchen wir:
- Ihren Jahresverbrauch laut Stromrechnung
- geplante Verbraucher wie E-Auto oder Wärmepumpe und ab wann sie dazukommen
- Dachform, Ausrichtung und nutzbare Fläche, die wir bei der Dachaufnahme messen
- Ihren Rahmen beim Budget
Daraus ergeben sich die Größe der Photovoltaikanlage und, wenn er sich rechnet, ein passender Speicher, siehe Speicher richtig dimensionieren. Den ersten Schritt machen Sie über den Solar-Check: Dachform wählen, Kontaktdaten eintragen, wir melden uns innerhalb eines Werktags.
Häufige Fragen
Wie viel kWp brauche ich für ein Einfamilienhaus?
Für die reine Jahresmenge eines Vier-Personen-Haushalts (3.800 kWh laut Stromspiegel 2025) reichen in Hannover rechnerisch rund 3,9 kWp. Mit E-Auto und Wärmepumpe steigt der Bedarf auf rund 9,3 kWp. Die Verbraucherzentrale hält größere Anlagen meist für lohnender, weil die Fixkosten je kWp weniger ins Gewicht fallen; die Grenze setzen Dach und Budget.
Wie viel Strom erzeugt eine 15-kWp-Anlage im Jahr?
In Hannover rund 14.700 kWh nach Süden und rund 11.800 kWh bei Ost-West-Ausrichtung (PVGIS). In anderen Orten rund um Hannover liegen die Werte wenige Prozent darüber oder darunter, siehe Tabelle.
Was bringt eine 10-kWp-Anlage im Winter?
In Hannover nach Süden im Dezember rund 270 kWh und im Januar rund 300 kWh, im Mai rund 1.230 kWh (PVGIS). Von Oktober bis März fallen nur rund 30 % des Jahresertrags an.
Lohnt sich eine 20-kWp-Anlage auf dem Einfamilienhaus?
Wenn Dach und Verbrauch passen, oft ja: Sie braucht etwa 100 bis 140 m² Dachfläche, bleibt steuerfrei (bis 30 kWp je Wohneinheit) und ist pro kWp günstiger als eine kleine Anlage. Ob sich der zusätzliche Ertrag rechnet, hängt davon ab, wie viel davon Sie selbst nutzen. Über 15 kW steigt allerdings die Preisobergrenze für den Smart Meter von 130 auf 190 € im Jahr, und die Vergütung für den Teil über 10 kW ist niedriger.
Kann ich die Anlage später vergrößern?
Ja, wenn Dach, Wechselrichter und Zählerschrank es zulassen. Gerüst, Planung und Anmeldung fallen dann aber ein zweites Mal an. Wer E-Auto oder Wärmepumpe schon plant, fährt meist günstiger, wenn die Anlage gleich passend gebaut wird.
Quellen
- PVGIS 5.3, Gemeinsame Forschungsstelle der Europäischen Kommission
- Verbraucherzentrale: Photovoltaik – was bei der Planung wichtig ist (Stand 26.08.2026)
- Stromspiegel 2025: Stromverbrauch im Haushalt
- ADAC: Reichweite von Elektroautos steigt weiter (31.01.2024)
- Fraunhofer ISE: Wärmepumpen heizen auch im Altbau klimafreundlich (03.11.2025)
- § 29 MsbG, Gesetzestext
- § 30 MsbG, Gesetzestext
- Bundesnetzagentur: EEG-Förderung und Fördersätze
- § 9 EEG, Gesetzestext
- § 3 EStG, Gesetzestext
- § 12 UStG, Gesetzestext


